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Vermiculite oder Schamotte - Feuerraum und Schornstein ausstatten



Die am häufigsten verwendeten Baustoffe für eine optimale Schornstein- und Feuerraumauskleidung sind Vermiculite und Schamott bzw. Schamottsteine. Während Schamott im Bereich Schornstein, Kamin und Ofen schon lange bekannt ist, wird Vermiculite als Alternative zusehends stärker nachgefragt. Wo liegen die Unterschiede der beiden Baustoffe und wo die Gemeinsamkeiten? Fragen zu Schamott und Vermiculite werden Ihnen im Folgenden beantwortet.

Woraus bestehen Vermiculite und Schamotte?

Die Baustoffe mögen als Feuerraumauskleidung eine gemeinsame Verwendung haben. Doch bereits ihre Entstehung ist völlig unterschiedlich.

Vermiculite - feuerfestes Mineral

Vermiculite wird aus natürlichem Glimmerschiefer (Al-Fe-Mg-Silikat) gewonnen. Durch Expansion wird dieses anschließend in ein wurmförmig gekrümmtes Granulat mit Millionen winziger Luftschichten umgewandelt. Vermiculite krümmt sich bei etwa 200 bis 400 Grad. Diese Krümmung bei Hitze gab ihm seinen Namen, denn es ist abgeleitet vom lateinischen Wort "vermis" für dt. "Wurm" bzw. "vermiculus" für dt. "Würmchen".

Das Granulat wird anschließend zu Platten verpresst. Durch die eingeschlossenen Luftpolster sind Vermiculiteplatten sehr schlechte Wärmeleiter. Gegenüber Schamotte hat dies den entscheidenden Vorteil, dass die Verbrennungstemperatur im Ofen signifikant gesteigert werden kann.

Vermiculite als Feuerraumauskleidung

Feuerraumauskleidung aus Vermiculite Mit Vermiculite können beste Wirkungsgrade und geringste Schadstoffemissionen erzielt werden. Vermiculiteplatten gibt es in verschiedenen Pressdichten sowie verschiedenen Dicken. Bei den Pressdichten sollten Sie bedenken, dass eine geringe Dichte hohes Luftvolumen und damit bessere Wärmedämmung vorweisen kann. Nachteilig ist ein langsames "Versanden" der Oberfläche durch mechanischen Abrieb, insbesondere beim Holzauflegen. Bei diesen "Dauerheizern" sollten Sie Ihre Feuerraumauskleidung etwa alle 3 Jahre wechseln.

Vermiculite ist kein guter Wärmespeicher, sondern als Dämmstoff bzw. Isolierung im Gebrauch. Der Werkstoff sorgt dafür, dass sich der Feuerraum wesentlich schneller erhitzt, als dies bei Steinöfen der Fall ist. Mit einer Vermiculite-Auskleidung wird das zu beheizende Zimmer sehr schnell warm. Sie müssen jedoch oft Brennmaterial nachlegen.

Hinweis:
Achten Sie darauf, die Holzscheite möglichst vorsichtig in den Brennraum einzulegen, um Beschädigungen und Versanden vorzubeugen!

Gerissene Vermiculiteplatten brauchen zunächst nicht ersetzt werden - erst wenn der darunterliegende Metallkorpus frei liegt, muss getauscht werden. Vermiculiteplatten sind asbestfrei und ungiftig.

Schamott - feuerfester Ton

Schamott besteht aus feuerfestem Material aus Tonerde und Aluminiumoxid. Der Begriff, so heißt es, stamme von italienischen Porzellanarbeitern aus Thüringen. Die dort hergestellten Produkte aus gebranntem Ton nannten die Arbeiter sciarmotti, eine Anlehnung an das thüringische Wort "Scharm" für "Scherbe". Schamott ist ein künstliches steinähnliches Gebilde, das in der Natur nicht vorkommt. Um es zu verwenden, wird es nach Herstellung verpulvert. Es entsteht die Schamottekörnung. Feuerraumauskleidung aus Keramik Da gebrannter Ton recht schnell rissanfällig wird, wird dem Rohton Schamott beigemischt. Aus dem Gemisch entstehen die Schmamottsteine. Sie sind wesentlich stabiler als Steine aus Rohton, da die Dehnungs- und Schwindungseffekte, die beim Heizen und Abkühlen auftreten, bei Schamottsteinen wesentlich geringer sind.

Durch die sehr hohe Wärme sollte ein wasserführender Kaminofen nicht direkt an einen Heizkreislauf angeschlossen werden. Zwischengeschaltet wird daher ein Pufferspeicher.

Ihre Verwendung ist vielfältig, neben der Ausstattung des Feuerraums oder Schornsteins können sie auch als Pizzastein für eine Steinofenpizza oder als Brotbackstein für frisches Steinofenbrot verwendet werden.

Hinweis: Schamott unterscheidet sich in seiner Qualität durch den Aluminiumoxidgehalt. Schamotte mit einem Oxidgehalt unter 30 Prozent sind die preiswertesten, aber auch die mit geringer Qualität. Schamotte mit einem Oxidgehalt von 30 bis 45 Prozent gehören zu den qualitativ hochwertigen. Je höher der Oxidgehalt, umso höher ist auch die Qualität der Schamottsteine und -platten. 

Schamottsteine für den Feuerraum

Ihre Feuerfestigkeit wird vor allem im Bereich Wärmeentwicklung und -speicherung genutzt. Kamine und Öfen wurden von jeher mit Schamottsteinen ausgestattet. Auch die Kacheln der Kachelöfen bestanden nicht selten aus Schamottsteinen. Denn dieser Werkstoff kann Wärme speichern. Die Wärme wird nach und nach in die Umgebung abgegeben. Sie stellten bereits in vergangenen Zeiten eine Alternative zu Kacheln aus Ziegelstein dar. Auch Ziegel speichert Wärme. Dieses Phänomen lässt sich bei heißem Wetter im Dachgeschoss eines mit Dachziegeln versehenen Hauses erleben. Doch Ziegel speichern weniger Wärme als Schamottsteine, sodass sie nach und nach durch Schmamottsteine ersetzt wurden.

Schamottsteine mögen Wärme speichern, jedoch ist dies nicht ihre einzige Aufgabe. Sie sollen im ersten Schritt das Metallgehäuse der Ofenwände und die umliegenden Flächen im Brennraum vor den Auswirkungen der Hitze schützen.

Wie bereits beim Vermiculite sollte jedoch bedacht werden, dass auch Ton mit Schamott nur bedingt stabil ist. Die Feuerraumauskleidung muss enorme Temperaturschwankungen ertragen. Ihre Temperaturwechselbeständigkeit erreicht in dem Moment ihre Grenzen, wo der Baustoff anfängt porös zu werden.

Um dies zu verhindern, sollten Sie jegliches Brennmaterial langsam und bedacht in den Feuerraum legen. Die Gefahr, dass Holzstücke an die Auskleidung anstoßen, kann durch vorsichtiges Hineinlegen vermieden oder zumindest verringert werden.

Schornstein auskleiden

Wie eingangs erwähnt, sind diese beiden Werkstoffe nicht nur für den Kamin oder Ofen sehr nützlich, sondern auch für die Auskleidung Ihres Schornsteins. Auch wenn sich die Abgasluft auf dem Weg durch den Schornstein abkühlt, hat ein Schornstein feuerfest zu sein.

Schamotterohre

Schornstein aus Vermiculite

Schornsteine aus Schamott werden auch Schamotterohre oder Keramikrohre genannt. Sie bilden die Innenschale eines Schornsteins, durch die die Abgase den Weg nach außen suchen. Schamotterohre müssen daher nicht nur die Temperaturschwankungen tragen können, sondern zudem auch säure- und feuchtigkeitsresistent sein. Die Abgase dürfen - um es bildlich auszudrücken - den Schornstein nicht auffressen oder aufweichen. Schamotterohre - wie der Name bereits vermuten lässt - haben traditionell eine runde Form. Die Verkleidung besteht zumeist aus einem Steinbau, der wiederum eine rechteckige Form aufweist.

Vermiculite

Ein Schornstein aus Vermiculite zählt zu den Leichtbauschornsteinen. Anders als beim Schamotterohr dient der Werkstoff nicht der Innenschale des Schornsteins, sondern wird als Schornsteinverkleidung genutzt. Die Abgase selbst werden durch ein säurefestes, feuchtigkeitsresistentes und hitzebeständiges Metallrohr geführt - in der Regel ein Edelstahlrohr. Vermiculite-Platten werden als Dämm- und feuerfestes Material um das Edelstahlrohr angeordnet.

Vermiculite oder Schamotte - was ist besser?

Auch wenn diese Frage immer wieder auftaucht, kann sie nicht in einem Satz erklärt werden. Beide Werkstoffe haben ihre Vor- und Nachteile. Sie werden anders hergestellt und haben im Grundgedanken teilweise andere Funktionen.

Vermiculite ist ein preiswerter Dämmstoff, der weniger als Wärmespeicher als vielmehr als schnelle Anheizmöglichkeit zu verstehen ist. Ein Feuerraum mit Vermiculiteplatten wird wesentlich schneller heiß als ein Brennraum mit Schamottsteinen.

Schamottsteine haben gegenüber dem Werkstoff Vermiculite den Vorteil, dass sie Wärme speichern können. So kann auch noch Stunden später, nachdem die Glut erloschen ist, der Kamin oder Kaminofen Wärme abstrahlen.

Beide Werkstoffe sind feuerbeständig, jedoch in ihrer Stabilität anfällig. Sie sollten daher vorsichtig behandelt werden. Beim Nachlegen von Brennmaterial ist darauf zu achten, dass die Holzscheite nicht an die Vermiculite-Platten bzw. Schamottsteine anstoßen.

Für den richtigen Gebrauch eines Schornsteins sollte das Ablagern von Kondensaten oder Ruß vermieden werden, indem der Kamin oder der Ofen nur mit den vorgeschriebenen Brennmaterialien beheizt wird.

Schamott und Vermiculite schneiden

Sollten tatsächlich einmal Schamott- oder Vermiculite-Platten im Feuerraum beschädigt sein, können diese bei Bedarf ersetzt werden.

Für dieses Vorhaben erwerben Sie den gewünschten Werkstoff. Meist gibt es geeignete Angebote unter den Begriffen "Brennraumplatten" oder "Feuerraumauskleidung" - beide Werkstoffe sind auch unter Vermiculite / Schamotte hier zu finden. Sie bekommen ein Paket mit Platten, die Sie nun Ihrem Kamin, Ofen oder Kaminofen entsprechend zuschneiden können.

Schamotte schneiden

Die leicht brüchige Schamottplatte sollte mit einem Winkelschleifer, also einer Flex, geschnitten werden. Die Platte hält Erschütterungen selten stand, daher verzichten Sie auf Einstellungen an Ihrem Sägegerät, die zu solchen führen können. Das Sägeblatt sollte sehr scharf sein, sodass vor allem Diamant-Blätter empfehlenswert sind. Durch das Sägen entsteht sehr viel feiner Staub - schützen Sie sich daher mit Atemschutzmaske und Schutzbrille.

Um die Schamottsteine miteinander zu verbinden, gibt es spezielle Schamottmörtel.

Wenn Sie in die Verlegenheit kommen sollten, eine Schamottplatte oder einen Schamottstein zu bohren, verwenden Sie eine Bohrmaschine mit hoher Drehzahl und setzen Sie wenig Druck ein. Auf eine Schlagbohrmaschine sollten Sie generell verzichten.

Vermiculite schneiden

Vermiculite lässt sich leichter schneiden als Schamottplatten. Doch auch hier sollten Sie beim Sägen eine Schutz- und Atemmaske anlegen, denn der Staub ist nicht weniger fein als bei der Schamotte.

Mit einer Stich- oder Handkreissäge können Sie Ihre Vermiculite-Platten zurechtschneiden. Der Werkstoff lässt sich ähnlich bearbeiten wie Holz. Vermeiden Sie Feuchtigkeit.


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